La traviata - Stadttheater von Sassari, Dezember 2022

Die Leistung von Marco Caria aus Sassari, in der Rolle des Germont padre, war bemerkenswert für seinen Ausdruck, seine stimmliche Schönheit und die Vielfalt der Akzente: ausgezeichnet im Duett mit Violetta, meisterte er die heimtückische Anadiplosis in Di Provenza il mare, il suol... Das mittlere akustische Register, poliert und sonor, ist seine beste Waffe....

Gabriele Verdinelli, GBopera

Die Krönung dieser Produktion ist der Bariton Marco Caria, der einen wirklich außergewöhnlichen Papà Germont darstellt. Eine kräftige Stimme, die aber tausend Nuancen zu bieten hat. Spontanes Spiel mit sorgfältig ausgearbeiteter Gestik und wahrhaft partizipativer Mimik. Im Duett mit Violetta im zweiten Akt sehen wir ihn für ganz kurze Momente an ihrem Schmerz teilhaben.

Beinahe von Mitleid überwältigt, streckt er unbemerkt seine Hand aus, um sie zu streicheln, um sie dann schnell wieder zurückzuziehen und sich in seine Rolle als autoritärer Vater zu versetzen, der eine Aufgabe erfüllen muss, wie mühsam sie auch sein mag. Auch im Duett mit Alfredo erschüttert er, als er Violettas Brief liest und sich des tiefen Opfers der Frau bewusst wird, nicht weniger nähert er sich seinem Sohn mit der Kraft und Arroganz eines Meistervaters im Stil des 19. Jahrhunderts an. Weniger als hinterhältiger Manipulator, sondern eher als befehlsbereiter Infanterieoffizier.

Er trägt “Di Provenza il mare, il suol...” mit einem betörenden Interpretationsreichtum vor, ebenso wie er “No, non udrai rimproveri copriam d'obliom il passato..." raffiniert und farbenreich vorträgt..

Loredana Atzei, Theater des Ostens

Die Rezensionen beziehen sich auf die Aufführung am 4. Dezember 2022 in der Ente Concerti Marialisa de Carolis in Sassari.

Regie: Stefano Ranzani / Regie: Paolo Vettori